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 The player and the big bad wolf

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Joker

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BeitragThema: The player and the big bad wolf   So Jan 15, 2012 10:51 pm

Wer? ~ Damon Cunningham & Joker
Wann? ~ Zwei Monate, bevor die beiden aufs Internat kommen
Wo? ~ New York
Was? ~ Erste Begegnung
Wetter? ~ Warm, leicht bewölkt


Zuletzt von Joker am Fr Jan 20, 2012 11:31 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Damon

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BeitragThema: Re: The player and the big bad wolf   Mi Jan 18, 2012 2:01 pm

~This was it, his new beginning.
This is it, where he is standing.
New York, I am here.~

Die Hände steckten in der Hosentasche, die Mundwinkel waren verzogen und der blick lag grimmig auf all dem Trubel vor ihm. New York. Siebzehn Jahre lebte er nahe der Stadt, verdammt Nahe und doch war er hier nie wirklich gewesen. Wenn sein Vater und das Rudel hierher kamen, dann geschäftlich oder aus anderen Gründen und es hieß immer: Nein Damon, du kannst nicht mit, du würdest dich langweilen. oder Du musst auf deine Schwester aufpassen Damon, sie brauch dich und außerdem hast du genug zu lernen. aber auch sowas wie Es wäre viel zu gefährlich für dich, ich kann das einfach nicht verantworten Damon.
Sein Vater wollte immer das Beste für ihn, aber auch ebenso für die Zukunft. Damon hatte eine große Last und diese Last hatte ihn nun hier hin geführt. Nach New York. Er sollte die Großstadt kennen lernen, bei welchem das Internat lag. Falls es halt Ausflüge gab oder geben würde die nach New York zogen oder wenn er mit seinem Rudel hier einige Aufgaben von seinem Vater aus zu erledigen hatte. Sein Rudel. Bei diesem Gedanken leuchteten seine Augen auf. Sein Rudel. Sein eigenes Rudel, seine Familie. Das Bild verschwamm wieder, denn er hatte ja noch niemanden. Nur Jeanelle. Dieses Biest hatte sich doch tatsächlich durchgesetzt, dass sie ihm nach setzen konnte und mit ins Internat kam. Aber so hatte er immerhin eine mehr oder minder verlässliche Person dabei. Sie war eine ausgezeichnete Jägerin und Kämpferin, aber einige Dinge musste sie noch lernen. Ihre Aggressionen. Das war schlimmer als bei ihm selbst.
Tief atmete er ein und sah dann kurz zurück zum Bahnhof. Er hasste irgendwo diese Menschenaufläufe. Zu viele Eindrücke, zu viele Gerüche und Laute. Er musste differenzieren und acht geben. Hier konnte wirklich alles herum laufen. Vampire, weitere Werwölfe, irgend ein Gesindel eventuell. Mit dem nächsten Atemzug schoben sich die Hände noch tiefer in die Tasche und er schob die Schultern etwas zurück. Auf in den Massenkrieg!, witzelte er mit einem sarkastischen Lächeln auf den Lippen.

Der hochgewachsene braunhaarige Junge trug heute lässig eine Jeans, die an manchen Stellen bewusst zerstört wurde und man die einzelnen Fäden oder löcher sah, dazu ein graues Hemd und eine schwarze Lederjacke. Es war recht warm, aber es interessierte ihn einen Scheißdreck. Mit einem Kopfrucken warf er die langen Haare zur Seite und konnte wieder mehr sehen. Der dumme Wind strich und zog an den Haaren, wollte sie zerzausen und durcheinander bringen. Elemente. Was ein Dreck.
Damon ging schon locker über eine Stunde, vielleicht sogar zwei, in New York herum und musterte alles genau. Blieb sogar manchmal stehen um sich die wichtigsten Plätze einzuprägen, bevor er dann doch weiter ging. Nur einmal, da blieb er vor etwas anderem stehen. Einem Jungen, der vor einem Tisch stand und frech die Leute angrinste und herausfordernde Worte sprach, damit sich genügend Leute auf die Wetten einließ und er ihr Geld kassieren konnte.
Er war nicht der Spieler, aber etwas hielt ihn hier fest. Er trat zur Seite und blickte neugierig zu.
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Joker

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BeitragThema: Re: The player and the big bad wolf   Sa Jan 21, 2012 1:45 am

~ Wir steh'n in dunklen Ecken, streifen über den Markt
Wir wissen ganz genau, wer was zu bieten hat
Was lose in den Taschen oder achtlos unversperrt
Wechselt den Besitzer; uns ein warmes Mal beschert.
~


    Menschen, Menschen, Menschen. Und alle mussten irgendwohin. Hasteten, ließen den Blick immer wieder zu Armbanduhr schweifen, rempelten sich gegenseitig an… und irgendwo mittendrin ging ein junger Mann seinen Weg, ohne Eile, ohne Stress, mit einem leichten Grinsen im Gesicht. Der dunkle Blick blieb an diesem und jenem hängen, glitt dann jedoch wieder weiter über das Chaos, in dem er sich befand, das ihn jedoch nicht erreichen konnte.
    Irgendwie vermisste er es, nicht mehr darauf angewiesen zu sein, sich die nächste Mahlzeit durch Betrügereien erkämpfen zu müssen. Er war nicht mehr darauf angewiesen, bekam jeden Tag was zu essen vorgesetzt und noch dazu ein Dach überm Kopf. Aber das war einfach nicht Jokers Welt. Das hier war eher ein für ihn lebenswertes Leben: Nicht wissen, was als nächstes kam, alle Freiheit der Welt zu haben… und die Menschen bei ihrem mühseligen Alltagsstress zu beobachten.
    Joker hatte keine Ahnung, wie spät es war; der Himmel war teils von grauem Smog, teils von Wolken verhangen und machte eine Zeitbestimmung mithilfe des Sonnenstandes so gut wie unmöglich. Doch war er schon vor dem Frühstück abgehauen - wofür ihn sein knurrender Magen jetzt bestrafte - also konnte der Tag noch nicht allzu weit fortgeschritten sein. Hunger hatte er trotzdem. Aber ohne Arbeit kein Futter. Wobei Arbeit in seinem Fall gleichzusetzen war mit Vergnügen. Man konnte bereits anfangen, bei Joker nach Anzeichen einer Spielsucht zu suchen; man würde ganz sicher welche finden. Da machte sich der Blonde jedoch keinen Kopf. Das Leben war ein Spiel und er lebte und spielte es. Was war daran falsch? Außerdem hatte er nicht zu fürchten, in Schulden zu ertrinken, denn er war es, der andere dort hinein trieb. Und das liebte er auf leicht krankhafte Weise.
    Ein paar kurze, aufmerksame Blicke, dann unschuldig in eine andere Richtung geschaut und schon hielt Joker die Geldtasche eines Mannes in der Hand, der sich an ihm vorbeigedrängt hatte. Der Blonde ging im Gehen kurz die Scheine durch und nickte zufrieden. Das reichte für den Anfang.
    Bei einer Gasse blieb er stehen und legte leicht den Kopf schief. Ein etwas schmutziger, aber anscheinend noch funktionstüchtiger Klapptisch lehnte an der dreckigen Wand. Wahrscheinlich war er für den Markt gedacht, an dem er vorhin vorbei geschlendert war und auch dort etwas mitgehen lassen hatte: Joker spielte kurz mit den Walnüssen in seiner Hosentasche, bevor er sich dazu entschloss, den Tisch ebenfalls zu seinem Eigentum zu erklären. Der Junge zerrte ihn aus der Gasse und schleifte ihn noch ein Stück weiter bis zu einem übersichtlichen Teil der Fußgängerzone. Routinemäßig achtete er darauf, gute Fluchtmöglichkeiten zu haben, sollte zufällig ein Polizist vorbeikommen.
    Der Spieler stellte den Klapptisch auf, klopfte darauf, als würde er ein gehorsames Pferd tätscheln und holte zwei Walnüsse aus der Hosentasche. Ohne lange nachzudenken knackte Joker sie mit den Zähnen, wobei er darauf achtete, dass die beiden Hälften ganz blieben. Die Schalen behielt er in der Hand, den essbaren Teil steckte er sich in den Mund. Während er darauf herum kaute, platzierte er drei der Schalenhälften nebeneinander vor sich auf dem Tisch und legte eine Erbse daneben.
    Das Schwerste war immer der Anfang, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und gleichzeitig herauszufordern und vorzuheucheln, es gäbe eine realistische Chance auf schnelles Geld. Vor allem wenn man ganz alleine war; normalerweise gab es einen Lockvogel, der scheinbar mühelos etwas Geld gewann, was natürlich anlockte. Joker jedoch brauchte so etwas nicht und er hatte Gruppenarbeit noch nie wirklich etwas abgewinnen können.
    Ein kurzer, prüfender Blick und der Blonde hatte sein ersten beiden Opfer ins Auge gefasst: Zwei Mädchen, die stehen geblieben waren und ihn neugierig beäugten. Etwa in seinem Alter, vielleicht etwas jünger, aber aufgestylt, als hätten sie die Fußgängerzone New Yorks mit einem Laufsteg für Magermodels verwechselt. Perfekt.
    Ein gewinnendes Lächeln erschien auf Jokers Gesicht.

"Na, wie sieht's aus? Vertrauen so hübsche Mädchen noch ab und an auf ihr Glück?"

    Die Jüngere von beiden kicherte und schlug die Augen nieder, die andere ging auf sein Spiel ein, erwiderte den Blick aus den dunkel blitzenden Augen Jokers, lächelte kokett zurück und trat einen Schritt näher.
    Der blonde Junge schob die Erbse unter eine der drei halbierten Nussschalen und verschob sie gerade so schnell, dass man mit den Augen noch folgen konnte. Kein Tricksen, noch nicht. Mit einer einladenden Handbewegung deutete er auf die Schalen. Er wusste, was in dem Mädchen vorging - "Das ist ja gar kein Glück, man muss nur schnell genug mit den Augen folgen können." Selbstischer tippte die Kleine auf die Schale mit der Ervse.
    Fast ganz von allein war Jokers Spiel in Bewegung gekommen. Er war nun vollkommen in seinem Element, forderte mal heraus und lockte mal mit den Geldscheinen in seiner Hand. Für jeden, den er einmal verlor, bekam er insgesamt mindestens zwei zurück. Er hatte das alles in der Hand, konnte sich aussuchen, welchen Trick er als nächstes anwandte. Es waren nur kleine Taschenspielertricks, mit denen er die Erbse mit flinken Fingern jederzeit unter einer anderen Nuss platzieren konnte, sollte er es wollen.
    Mehrere Menschen waren bereits vor dem Tisch stehen geblieben und hatten für einen Moment vergessen, wohin sie gerade so dringend mussten. Jokers Blick glitt kurz über die Gesichter. Es war viel geschickter, jemanden direkt anzusprechen, als darauf zu warten, dass von sich aus jemand kam; das war eine seiner ersten Lektionen gewesen. Doch brauchte Joker jemanden, mit dem es vielleicht nicht ganz so langweilig werden würde…
    Da fasste er einen jungen Mann ins Auge, der das Ganze etwas abseits beobachtete. Der Spieler legte leicht den Kopf schief.

"Nur nicht so schüchtern - noch nie gespielt?"

    Mit einer Kopfbewegung und einem leicht herausfordernden Grinsen deutete er auf die Walnüsse. Dieser Kerl gehörte nicht zu der Sorte naiver, dummer Menschen, die normalerweise bei Spielen wie diesem zuschauten; das erkannte Joker auf den ersten Blick Deshalb nutzte er die Gelegenheit. Sonst machte ihm das Ganze am Ende vielleicht keinen Spaß mehr. Obwohl… diese Chance bestand eigentlich nicht wirklich. Spaß am Spielen würde Joker immer haben. Solang er nur gewann.


Zuletzt von Joker am Do Feb 02, 2012 4:21 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Damon

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BeitragThema: Re: The player and the big bad wolf   Sa Jan 28, 2012 11:11 pm

~Der Vorhang neigt sich nun dem Ende, der Tag strebt nach Erlösung.
Soll leid uns tun nicht diese Narbe, Vergangenheit der alten Zeit.~


Schon seit einer ganzen Zeit sah ihm zu. Unbeeindruckt. Ausdruckslos. Oh wie er es sah, jede Bewegung, jeden Trick. Ein richtiger Trickster, dieser Junge. Aber selbst dies ließ ihn nicht Lächeln, rang ihm nicht einmal eines ab. Er stand schon lange dort. Zehn, zwanzig vielleicht eher dreizig Minuten, bis er unsanft aus den Beobachtungsstatus heraus gerissen wurde. Es war der Spieler selbst, der ihn da stehen gesehen hatte und ihn ansprach, ihn fragte ob er Spielen wolle. Er? Spielen?
Damon blickte zunächst um sich mit hastigen Blicken, bevor die linke aus der Hosentasche glitt und fragend auf sich selbst deutete. Oh ja. Spielen. Das erste Spiel hatte begonnen. Er sollte diesem Bengel eine Lektion erteilen. Arme Menschen so Ausnehemen. Aber Menschen nahmen sich ja am Ende selbst aus. Sie waren ihr eigenes Todesurteil und doch wurde es ihm in die Wiege gelegt, diese selbstzerstörerische Rasse zu beschützen.Es war wirklich faszinierend wie diese Gesellschaft zwischen ihren sozialen Neigungen und dem purem Egoismus pendeln konnten. Aber dies war nicht seine Aufgabe dies zu Analysieren oder sich jetzt darüber Gedanken zu machen. Schulterzuckend schlenderte er zu dem Spieltisch und steckte wieder die Hand in die Hosentasche. Vor dem provisorischen Stand blieb er stehen und blickte drauf. Drei Walnüsse, eine Erbse – die niemals dort war wo sie sein sollte. „Okay. Ich habe noch nie zuvor gespielt. Aber ich könnte es ja mal probieren. Was ist der Einsatz?“, begann er leise und lässig das Gespräch. Er sah nicht einmal auf um dem Spieler ins Gesicht blicken zu können. Er starrte nur Stur auf den Aufbau. Seine Visage hatte sich Damon sowieso schon eingeprägt. Und weit würde der Junge sicher nicht kommen. Sollte er es versuchen. „Ich muss also nur heraus finden wo die Erbse ist. Ich denke das kriege ich noch hin.“, ließ er den lockeren Witz los. Dann wartete er auf die Antworten und eventuelle Spielerklärungen.


Text: Das Ich - Cabaret
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BeitragThema: Re: The player and the big bad wolf   Do Feb 02, 2012 6:21 pm

~ With a thousand lies
And a good disguise
Hit 'em right between the eyes
Hit 'em right between the eyes!
~


    Ja, seine Wahl war richtig gewesen. Eine leichte Arroganz ging von dem Typen aus, den er angesprochen hatte - doch war es keine ganz unberechtigte Arroganz. Das war keiner von der Sore "Große Klappe, nichts dahinter", sondern zumindest "Große Klappe, vielleicht was dahinter". Und diesem "Vielleicht" wollte Joker jetzt mal auf den Zahn fühlen.
    Zuerst war der Kerl etwas irritiert gewesen, dass der Spieler ihn so direkt angequatscht hatte - aber er ließ sich darauf ein. Und es schien nicht so, als hätte er vor, zu verlieren. Jokers Finger glitten in seiner Hosentasche durch die Scheine, die er dort sammelte. Eigentlich konnte er bereits zufrieden mit der Ausbeute sein, aber dieses nächste Spiel reizte ihn einfach. Mal sehen, was der andere draufhatte. Man hätte meinen können, es wäre ein richtiges Duell, das Joker eingeleitet hatte, dabei war es nur ein solch simples Straßenspiel. Es war jedoch Jokers Spiel, in dem er die kleinen Tricks anwenden konnte, die kaum jemand so perfekt beherrschte, wie er.

"Der Einsatz"

    Antwortete der Spieler geschäftsmäßig, jedoch ohne das leichte Grinsen abzulegen,

"wäre standardmäßig 5$. 10$ weil du es bist."

    Damit zog er einen 10-Dollar-Schein hervor und legte ihn neben die drei Nussschalen.

„Ich muss also nur heraus finden wo die Erbse ist. Ich denke das kriege ich noch hin.“

    Gute Zusammenfassung des Spiels und nicht ganz so gute Einschätzung. Oder? Joker kniff leicht die Augen zusammen, lächelte dann nur und wartete, bis der andere ebenfalls seine 10 Doller dazugelegt hatte.

"Das Prinzip hast du verstanden. Jetzt musst du es nur noch in die Praxis umsetzen."

    Bestätigte Joker noch, bevor er die Fingerknöchel knacken ließ, die Erbse aufnahm und sie sorgsam unter einer der Nussschalen platzierte. Dann begann er aufs Neue, die Schalen umher zu schieben. Ziemlich flink, aber man konnte mit den Augen noch folgen, zumindest traute er dies seinem Gegenüber zu. Fürs Erste wandte er keinen allzu ausgefeilten, aber durchaus effektiven Trick an. Bevor die Schalen ganz zur Ruhe kamen, zupften die Finger des Spielers die Erbse hervor, ohne dass normalerweise jemand etwas davon sehen konnte, und ließ sie unter die halbe Nuss daneben gleiten. Dan erst rückte JoJo das alles richtig zurecht und blickte auf.
    Er war sich sicher, dass jeder das zu findende Objekt unter der Nussschale in der Mitte vermutete. Dabei lag die Erbse still und heimlich unter der von ihm aus rechten. Bei so gut wie jedem anderen hätte Joker ihn erst einmal ein, zwei Mal gewinnen lassen, um ihm nicht den Spielspaß zu nehmen. Aber bei diesem Typen wäre das die falsche Taktik. Auch wenn es jetzt selbst für Joker spannend war, denn so ausgefallen war der Trick nicht. Hatte sein so selbstsicherer Gegner es gesehen oder nicht? Auffordernd nickte der Spieler und grinste.

"Nur zu."
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Damon

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BeitragThema: Re: The player and the big bad wolf   Di Feb 07, 2012 2:20 pm

~Es ist nicht so, wie ihr es kennt.
Kein Spiel aus Kindertagen.
Kein Ringelreihen, Fangenspiel.
Kein suchen und kein jagen.~

Noch bevor Damon seine Frage gestellt hatte, setzte dieser freche Straßenjunge doch echt den Einsatz fest. Einfach überrumpelt, ungeachtet ob der Kunde noch Verständnisfragen hatte. Ein sehr flüchtiger Blick zu dem Spieler, zu flüchtig um den Zorn des Fremden zu bemerken. Die Verachtung, die er ihm kurz speiste, bevor er wieder auf den Spieltisch sah und sein Portmonai hervor holte. Zehn Dollar, weil du es bist., spottete er innerlich indem er ihn nachäffte. Zehn Dollar. Das war eigentlich nichts. Nein. Aber er hatte eine Idee und innerlich lachte er schon. Dann zog er die Zehn-Dollar-Note hervor und mit einem dumpfen Knall landete sie auf dem Tisch. Leicht wackelte er und schon wurde es von den Worten des Spielers wieder begleitet, dass er die Theorie verstanden hätte aber nun in der Praxis zeigen sollte wie gut er war.
Was für ein Idiot, dachte der Siebzehnjährige und spürte wie alle Blicke sich auf die beiden zogen. Die Menschen und ihre Gesellschaft. Abschaum und hohe Tiere. Sozialstrukturen die er unwiederruflich beschissen fand, aber eben so in der menschlichen Welt herrschten. Ein Knackpunkt, was er an ihnen nicht mochte. Auch ihre Blicke. Ja, er sah sie als schützenswert an, aber ebenso gab es Dinge die er an Ihnen verachtete und hasste. So war es hier zum Beispiel die Sensationslust und ihre Geilheit auf Niederlagen anderer. Er schloss für den Moment die Augen und atmete tief durch. Seine Hitzköpfigkeit konnte er nun nicht gebrauchen. Und er wusste auch ganz genau, was ihn erwartete, hatte er den Schwindler doch zuvor schon beobachtet und das Geschummel gemerkt. Aber wollten sie mal spielen. So richtig Spielen. Erst nach den Regeln des Spielers, dann nach Damons.
Der Wolf lachte und entblößte die scharfen Zähne bei dem grinsen, das schon nach einer gewissen Genugtuung und Blut gierte. Der Mensch hingegen stand regungslos da, die Hände wieder in die Taschen geschoben, das Portmonaie achtlos auf den Tisch gelegt und und die graublauen Augen die Nüsschen fixierend, unter welche nun eine Erbse geschoben wurde und die schnell von A nach B und C verschoben wurden.

~Auch Karten legen braucht ihr nicht,
wollt ihr das Glück versuchen.
Auch Würfel oder Spielfigur
braucht keiner hier zu suchen.~

Endlich kam alles zum stehen und die Spannung war dem zerreißen nahe. Er bemerkte den Auffordernden Blick des Spielers. Die Spannung lieg darin, freudige Erwartung, als Damon den Kopf hob und den Blick erwiederte. Der Spieler forderte ihn auf zu wählen und spontan setzte sich ein etwas verunsichertes, fast schon dümmliches Grinsen auf das Gesicht des Jungen das so gar nicht zu ihm passen wollte. Zu seinem wahrem Charakter. Doch es war eine kleine Täuschung die er zu spielen gelernt hatte: Sich dumm stellen. Und wie oft hatte ihm DAS den Arsch gerettet. Bis sein Vater ihm beibrachte Verantwortung zu übernehmen. Aber genau jetzt, jetzt brauchte er das alte dümmliche Ich.
„Das ist nun aber ganz schön schwierig, bei so einer flinken Hand.“, schmeichelte der braunhaarige Bobverschnitt mit einer ähnlichen Nuance wie sein Gesichtszug. Dann legte er die Stirn in die Falten und musterte das Brett, die linke Hand zog er aus der Tasche und legte den Zeigefinger bedächtig an seine Lippe. Natürlich hatte er es bemerkt gehabt, seine Sinne waren schärfer als die der Menschen. Besser. Er hatte es nicht nur vorausgeahnt, er hatte es auch ganz genau gesehen. Er wusste, dass die Erbse nicht mehr war, wo sie sein sollte. Der Taktiker überlegte noch einen Moment und ließ den Blonden im Ungewissen. Dann deutete er nur auf die Nuss, in der die Erbse hätte sein sollen.
Erst noch, wollte er etwas spielen. Ihn verwirren, vielleicht verunsichern. Er hatte eventuell etwas in Damon gesehen, was letzterer jetzt nicht hergeben wollte. Oder aber auch nur zu gerne. Er nickte leicht zu den Worten: „Ja, da muss sie sein.“ Keines Blickes würdigte er den Spieler sondern wartete nur, dass er die Nuss anheben würde damit die Leere sich entblößte.

Ignis Fatuu - Spiel des Lebens
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Joker

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BeitragThema: Re: The player and the big bad wolf   Mo Feb 13, 2012 2:47 am

~ So don't debate, he's a player straight
You think he really doesn't get it anyway
He's gonna play the field, and keep it real
For you no way, for you no way.
~


    So schwer hatte er es nicht gemacht. Vorerst. Jetzt sollte ihn Mr. Selbstbewusst nicht enttäuschen.
    Joker blickte sein Gegenüber ruhig an, behielt das lockere Lächeln auf den Lippen. Ein Tuscheln ging durch die Umstehenden, verstohlene Blick auf die Nuss, unter der die Erbse eben gerade nicht war. Jeder wünschte sich jetzt, anstelle des jungen, dunkelhaarigen Mannes die Herausforderung angenommen zu haben, weil jeder glaubte, die Lösung zu wissen. Der ein oder andere kramte bereits herum, um die Chance das nächste Mal zu nutzen. Viel zu leicht zu täuschen, sie alle. War der Kerl vor ihm anders?
    Dies war kein einfaches Spiel, das war das Spiel der Psychologie. Jokers Spiel. Und ganz nebenbei auch noch seine Einnahmequelle, aber selbst wenn nicht… Von dem hier würde er nie wieder loskommen. Kleine Psychospielchen, oh ja, er war süchtig danach. Schade nur, dass man so selten ebenbürtige Gegner fand.
    Show, pure Show. Diese Verlegenheit, fast Schüchternheit. Joker kniff leicht die Augen zusammen, ließ sich jedoch sonst nichts anmerken. Der Typ wusste längst, welche Nuss er wählen würde. Wozu die Show? Einfach nur Aufmerksamkeit heischen? Nein, Joker kaufte es ihm nicht an. Nicht der Junge, der mit tausend Masken herumlief und sich dahinter längst verloren hatte. Der Junge, der sich von Klein auf mit der Lüge angefreundet hatte. Ja, die Lüge war sein Freund gewesen. Sie war viel öfter und verlässlicher da als die Wahrheit. Und Joker erkannte sie, wenn sie ihm ins Gesicht blickte - in dem Fall blickte sie aus dem Gesicht seines Gegenübers. Und sie schwang in den schmeichelnden Worten mit.
    Jokers Lippen lächelten, aber seine Augen sprachen nichts als ein verächtliches "Lass das Geschleime".
    Der andere schauspielerte noch ein bisschen und jeder Umstehenden nahm es für bare Münze, das merkte Joker. Unlust machte sich breit, á la "ICH wüsste ja, wo das Ding ist…!", bis der junge Mann endlich seine eigene kleine Show beendet hatte und… auf die falsche Nuss tippte. Auf genau die, die jeder genommen hätte.
    Kurz blinzelte der Spieler. Okay. Er konnte wahrscheinlich schon gar nicht mehr einschätzen, was Menschen noch wahrnehmen konnten. Wahrscheinlich war es unmöglich gewesen, dem Tricken zu folgen - für Menschenaugen. Trotzdem war er ein klein wenig enttäuscht. Erst einen Wimpernschlag später meldete sich Jokers Misstrauen. Erst diese gespielte Unschlüssigkeit und dann… Nein. Der Kerl wollte offensichtlich mit ihm spielen. Wow. Wenn er wüsste, worauf er sich da einließ… Joker in seinem eigenen Spiel herauszufordern konnte das Todesurteil für das Selbstbewusstsein des Herausforderers sein - und zwar sehr schnell.
    Nicht einmal ein Zögern war von Außen zu erkennen, der Spieler griff nur mit einer ausholenden Geste nach der Nussschale, hob sie langsam an - und die Erbse lag darunter!
    Oh ja, das tat sie. Es war zwar nicht die Erbse, die alle hatten verschwinden sehen, sondern eine zweite, die vorhin noch in Jokers Hand gewesen war… aber das hatte ziemlich sicher niemand bemerkt. Weil ja auch keiner damit rechnete, dass ein Spieler seine Tricks gegen sich selbst verwenden würde.
    Süffisant lächelte Joker sein Gegenüber an und wartete auf dessen Reaktion.

"Deine Augen scheinen ja noch flinker zu sein, als meine Finger… Respekt."

    Damit schob er dem anderen die 20$ zu, kramte dann selbst noch zwei 10$-Scheine hervor und legte sie auf den Tisch.

"Aber vielleicht war das nur Anfängerglück? Wie sieht's mit einem weiteren Spiel aus?"

    Jetzt war es auf jeden Fall interessant, wie der selbstsichere Kerl reagieren würde. Würde er sich verraten, sodass Joker sich ganz sicher sein konnte, dass er eigentlich gewusst hätte, wo die erste Erbse gelegen hatte? Höchstwahrscheinlich nicht. Joker war sich trotzdem so gut wie sicher. Seine gute Freundin, die Lüge, hatte ihn zu deutlich angesehen, dabei war es gewohnt, dass sie auf seiner Seite war. So ein dahergelaufener Schauspieler würde ihn bestimmt nicht bei seinem eigenen Spiel beschummeln. Das würde ihm JoJo schon noch austreiben.
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